SULTANA
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SULTANA
Geburtsjahr: 2000
Beschreibung:
Sultana hat den Traum eines schönes Lebens als zufriedener Familienhund nur träumen dürfen. In den letzten Wochen hat sie etwas davon kennenlernen dürfen, was für die meisten unserer Hunde völlig normal ist: gutes Futter, ein weiches Hundebett, ein geheiztes Dach über dem Kopf, eine Familie, die sie gut behandelte.
Sultana sollte unsere letzte gute Tat vor Weihnachten werden. Wir wussten aus ihrer Beschreibung, dass sie Krebs (Mamma) hatte und dass sie schon etwas älter war. Aus Erfahrung wussten wir aber auch, dass Sultana es wohl nie schön gehabt hatte, wenn man von der Zeit als sie ein niedlicher Welpe war, absah.
Diese großen Hunde werden dazu missbraucht auf Haus und Hof aufzupassen, nicht selten werden sie an der Kette gehalten, das Haus ist in der Regel tabu. Wie vielen anderen Hündinnen zuvor, sah man dem knotigen Gesäuge an, dass Sultana jährlich Welpen gebären musste.

Sultana kam am 16. Dezember aus Vitoria zu uns nach Deutschland. Von Anfang an stand sie sehr unter Stress. Sie verhielt sich völlig anders, als man auf dem Video sehen konnte und die Spanier sie beschrieben hatten. Sultana war wenig charmant, sondern viel mehr genervt und duldete nur widerwillig die anderen Hunde. Ganz offensichtlich war für Sultana das Mass voll.

Doch für uns gab es nie einen Zweifel, dass die spanische Charakterbeschreibung eigentlich stimmte. Und wir waren immer davon überzeugt, dass Sultana es trotz allem wert war, eine Lebenschance zu bekommen. Zum ersten, weil 10 Jahre für diese Rasse kein Alter ist. Das beweist unsere Milka ( früher Olga) jeden Tag. Auch sie hatte einen Tumor in der Milchleiste, wurde operiert und hat sich von der Op super erholt. Und zum anderen war sie ja noch krank, das verändert.

Da Sultana ganz offensichtlich Probleme mit Ihrem Gesäuge hatte, denn sie biss sich hinein und saugte auch ziemlich grob daran herum, galt es keine Zeit zu verlieren. Am 23.12.2010 wurde Sultana operiert und es konnten alle Tumore entfernt werden. Ganz offensichtlich bestand auch eine Scheinschwangerschaft, die das veränderte Wesen der Hündin gut erklärte. Bei der Größe der Hündin und des Tumors war es eher erstaunlich, wie gut Sultana auf die Beine kam. Sie hatte eine schlechte Nacht, aber abgesehen davon, schien sie mit dem Wundschmerz gut klar zu kommen. Sultana fraß und trank normal und schien auf bestem Wege, ein gesunder Hund zu werden.

Bis zum Abend des 29.12.2010. Da erbrach Sultana zum ersten Mal. Das kann passieren, denkt man. Die vielen Tabletten. Nicht jeder Hund verträgt Antibiotika gleich gut. Doch am Morgen des 30.12. erbrach sie wieder. Sie hatte nur mildes Fieber. Jetzt galt es ihr Flüssigkeit zuzuführen.... die sie auch wieder erbrach. Sultana verfiel binnen wenigen Stunden. Die Klinik ums Eck hatte zwischen den Jahren geschlossen. Es führte kein Weg daran vorbei, sie schnellstens in eine andere Klinik zu bringen. Sultana sollte in der Klinik bleiben. Für einen Mastin eine enorme seelische Belastung. Aber es half nichts. Der Tierarzt hatte ja Recht.
Zunächst schienen die Infusionen erste Hoffnung auf Besserung zu geben. Am Morgen des 31.12. aber stieg trotz Wechsel des Antibiotikums das Fieber. Um 23.07 Uhr kam der Anruf aus der Klinik, Sultana ginge es richtig schlecht. Wir fuhren los, um Sultana auf ihrem letzten Weg beizustehen, aber kurz vor dem Ziel erreichte uns 10 Minuten später die Nachricht, Sultana sei verstorben.

In der Klinik angekommen sprachen wir noch mit dem Tierarzt. Dieser war am Vortag doch verwundert gewesen, warum man für einen so alten Hund diesen Aufwand betrieben hatte. Die Lebenserwartung sei doch eher gering, zumal mit Brustkrebs. Offensichtlich kennt er keine Mastin Espanols.
Wir erzählten ihm von der zehnjährigen Olga, die mit gleicher Diagnose vor einem Jahr zum Tierschutz ohne Grenzen kam und auf die gleiche Weise operiert wurde. Wobei sie das Glück hatte, dass nur eine Milchleiste erkrankt war. Olga heißt jetzt Milka und trampelt seit etwa 6 Monaten als Reiserhund durch unser Leben und hatte einfach ein Quentchen mehr Glück. Kein Mensch würde bei ihr an einen baldigen Tod denken.

Übrigens: Sultanas Röntgenbilder hatten ergeben, dass Sultana offensichtlich metastasenfrei war. Aber sie zeigen auch, dass man der Hündin vor einiger Zeit das Brustbein gebrochen hatte. Das Brustbein zeigt einen stufenartigen Verlauf.

Wenn es einen Hundehimmel gibt, dann hat sich Sultana nach diesem Leben ganz sicher einen Fensterplatz verdient.


 
Herkunft:
Tötung Vitoria
Rasse: Mastin Espanol
Gewicht: 50kg
Widerristhöhe: 68cm
Geschlecht: weiblich
Kastriert: ja
Chip: ja
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