GIJALO
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GIJALO
Geburtsjahr: 2003
Beschreibung:
Gijalo ist seit wenigen Tagen wieder Vereinshund. Er hat sein Zuhause wegen Mobbings verloren. Ja, Sie haben richtig gehört.

Gijalo war ein völlig unproblematischer Rüde als er aus Spanien kam. Etwas ängstlich vielleicht, etwas zurückhaltend, nicht ungewöhnlich für einen spanischen Hund. Gijalo fehlt eben jegliche Dominanz. Er will es seiner Familie recht machen. Er ist ein liebes Tier, schlau, verträglich mit Kindern, Katzen und Hunden.

Er war unser Pflegehund und fügte sich prima ein. Mit unseren 4 großen Privathunden gab es überhaupt keinen Ärger, mit dem anderen Pflegehund gab es einmal Zoff, aber der stritt auch mit anderen fremden Hunden des Öfteren und auch mit den Hunden der Gassirunde lief bei Gijalo alles prima.

Wir vermittelten Gijalo guten Gewissens an Hundeanfänger. Gijalo war der Traumhund. Alles schien völlig in Butter, bis Gijalo von anderen Hunden gemobbt wurde.



Sie kennen den Witz?

Ein Fuchsbau, davor sitzt ein kleiner Fuchs. Kommt ein Hase angehoppelt, es entwickelt sich ein Gespräch:

Hase: "Na, deine Eltern zu Hause?"

Fuchs: "Nö."

Hase: "Und deine Geschwister?"

Fuchs: "Die auch nicht, warum?"

Hase: "Dann bist Du ganz alleine?"

Fuchs: "Jahaa."

Hase: "Naaa, was is - willste Schläge?!"



So ähnlich erging es Gijalo. Andere Hunde hatten ihn als Softie, als Weichei taxiert und binnen kurzer Zeit wurde Gijalo mehrfach angegriffen und auch gebissen. Danach schaukelte sich die Sache immer mehr hoch.

Mobbende Hunde sind meist selbst keine souveränen Hunde, sondern lassen ihren Frust an den Hunden ab, bei denen sie sicher sind, dass die Gegenwehr nicht groß ist. Der verträgliche Gijalo war ein Superopfer. Da half ihm auch nicht, dass er nach einer Weile damit begann, sich nach vorne zu verteidigen. Die anderen Hunde können seine Angst und Gijalo die Angst seiner Besitzerin riechen. Das wiederum vergrößert seine eigene Angst.

Allein seine Körperhaltung verriet den andern: seht her, da kommt ein Prügelknabe. Und da hängt sogar noch ein Mensch dran, dem man noch mehr Stress machen kann! Was für ein willkommenes Betätigungsfeld für einen frustrierten Hund.

Es half nichts, weder Hundeschule noch Kastration. Die Welt schien voller Feinde zu sein. Gassigehen - ein Spießrutenlauf. Gijalo und seine Besitzerin hatten vielleicht nie eine Chance ein gutes, selbstbewusstes Team zu werden. Die anderen waren einfach zu bedrohlich. – Und jetzt?



Gijalo ist seit kurzer Zeit auf einer lieben Pflegestelle. Wir wollten ihm nicht wieder gleich so viele Hunde wie bei uns zumuten. Er ist dort zusammen mit einer relativ dominanten Hündin, was einerseits bedeutet, dass Madame bestimmt, was gemacht wird, andererseits gibt ihm das auch Geborgenheit. Die Mobber sind weg. Die gutmütigen Nachbarshunde werden nun als Trainingspartner eingespannt.

Er soll jetzt wieder Schritt für Schritt lernen, dass andere Hunde grundsätzlich als freundlich einzuschätzen sind. Mitleid ist das Letzte, was Gijalo braucht, eher ein paar Karategriffe für den Notfall.



Wir wünschen uns für Gijalo eine nette Familie, gerne mit großem, souveränem Hund, bei dem sich Gijalo mental unterstellen kann, wie unter ein Dach, wenn es regnet.

Ideal wäre ein Sich-mit-dem-Körper-Dazwischenschieber, wenn die Mobber denken, sie hätten an Gijalo leichte Beute. Ein Hundekumpel der den anderen freundlich aber bestimmt sagt: das ist mein Freund, seid nett zu ihm. Ein vierbeiniger, freundlicher Bodygard.

Zumindest aber sollte die neue Familie etwas Geduld mit ihm, aber vor allem gute, nette Hunde in der Nachbarschaft haben.

Gijalo ist immer noch ein lieber Hund, die Liebe zu fremden Hunden muss er wieder lernen, aber da sind wir ganz zuversichtlich. Die ersten Schritte geht er schon in die richtige Richtung.

 
Fazit:
Tierheim Vitoria
Rasse: Spaniel-Setter-???-Mix
Gewicht: 22kg
Widerristhöhe: 50cm
Geschlecht: männlich
Kastriert: ja
Chip: ja
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